Wie geht es Weiter - geht es Weiter?

Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe seit über vier Jahren meines Blogs versucht, über meine Erkrankung, Behandlung und die möglichen Optionen zu berichten. Viel ist in der Zeit passiert und einige Linien habe ich seitdem erleben dürfen. Allerdings muss allen klar sein, dass die Möglichkeiten am Ende immer begrenzt bleiben und dass der Krebs immer ein Arsch bleibt.


Gefühlt scheint sich das jetzt irgendwie zu bewahrheiten. Seit dem zweiten Weihnachtstag bekomme ich mehr und mehr Kopfschmerzen. Am Anfang konnte ich mir die mit Tabletten noch gut in Schach halten. Zum Ende hin habe ich aber auch nachts durchgehend im Bett gesessen aufgrund schwerer Schmerzen. Ich habe tatsächlich bis zu vier Ibuprofen nachts genommen ohne jede Auswirkungen. Am 28. Januar bin ich aus Verzweiflung nach Köln gefahren, weil eine Lumbalpunktion Klärung bringen sollte in Bezug auf die Kopfschmerzen, allerdings hat man mich nach einem CT wieder nach Hause geschickt, weil man nichts Kritisches gesehen hat. Am folgenden Sonntag ist nachts der Notarzt da gewesen, hätte mich aber nur in ein nahe nach liegendes Krankenhaus bringen können. Sonntags sind wir noch Selters ins Krankenhaus gefahren, aber die haben mich ohne Wirkung in zwei Tagen nur mit Schmerzmittel voll gepumpt. Nachdem ich gesagt habe, dass ich am Dienstag einen MRT Termin in Köln habe, hat man dann gesagt, wir das auch machen. Dienstag sind wir morgens mit dem Taxi Richtung Köln gefahren aber ich kann mich nur daran erinnern, dass ich ins Auto eingestiegen bin. Ich bin bewusstlos in Köln angekommen und bin da dran von einem dreiköpfigen Rettungsteam aus dem Auto geholt worden. Nach Erzählung hat man mich knapp 9 Stunden in der Notaufnahme behandelt. Wach geworden bin ich erst wieder Donnerstag. Man hat mich mit Propofol weggeholt und den Schmerz eingestellt. Zudem wurde die Lumbalpunktion durchgeführt, die Hirnflüssigkeit um 10mm/l abgelassen und der Schmerzdruck entfernt. Man hat festgestellt, dass ich gelöste Krebszellen in der Hirnflüssigkeit habe, die letztendlich für die Schmerzen verantwortlich sind. 


Ich wusste bisher nicht, dass sich Zellen von soliden Tumoren durch die Behandlung lösen und in Flüssigkeiten verbleiben können.


Samstags bin ich Scheinbar noch mal nachts aus dem Bett gefallen, so dass ich jetzt hier mit Katheter und mit Sicherung liege. Ich bin also tatsächlich im Bett gesichert und kann nicht selber aussteigen. Mal sehen, wie lange das noch sein muss.


Heute habe ich einen Teil einer neuen Medikationslinie erhalten, die vielleicht noch etwas abändern kann. Ein drittes Medikament fehlt, weil hier eine Genehmigung der Krankenkasse im Vorfeld Erfolg muss. Wir müssen jetzt eine gute Woche warten, um abzuschätzen, dass das Medikament anschlägt und ob die Flüssigkeit einen stabilen Level behält. Das größte Problem ist, dass die Flüssigkeit jetzt wieder ansteigen und wieder die gleichen Beschwerden verursachen kann. 


Fühlt sich gerade ein wenig enttäuschend an, denn ich bin heute den elften Tag in Rente. Das habe ich mir etwas anders vorgestellt. Ich bin jetzt hauptsächlich damit beschäftigt, zu Hause soweit alles zu klären, dass meine Frau über alles Kenntnisse hat und dass sie mit allem abgesichert ist. Dennoch bin ich dankbar, dass ich hier in Köln Ärzte gefunden habe, die mich unterstützen und die mir Hilfestellung geben.


Wie es am Ende weitergeht, weiß nur noch Gott alleine…

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