Boehringer Ingelheim

Ich war Donnerstag und Freitag einer Einladung zu Boehringer nach Ingelheim gefolgt. Boehringer ist ein großes pharmazeutisches Unternehmen und hat letztes Jahr mein Studienmedikament bereitgestellt. Dass hier ein längerer Kontakt auch nach Beendigung der Studie anstand, war mir klar. Der Besuch war aber anders gelagert. Ich war Teilnehmer einer Veranstaltung, die sich „Round Table Lungenkrebs“ nannte. 

Am Donnerstag war in kleinerer Runde bereits eine Zusammenkunft geplant. In einem nahe dem Hotel gelegenen Kloster konnte in ungestörter Atmosphäre bereits ein erster Austausch stattfinden. Ein anschließendes Abendessen -zu dem übrigens auch mein damaliger Studienarzt Dr. Matthias Scheffler dazu kam- rundete den Tag ab.

Freitag morgen wurden wir mit einem Shuttle Bus abgeholt. Das Gelände von Boehringer ist wirklich imposant. Allein am Standort in Ingelheim arbeiten 10.000 Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen wie z.B. Forschung, Entwicklung, Produktion. Dementsprechend hoch sind auch die Sicherheitsstandards.

Der „Round Table Lungenkrebs“ bestand aus Patienten, Patientenvertretern, Pneumologen, Onkologen und Mitarbeitern der Firma Boehringer, die das Ganze initiiert haben. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, waren die Fragestellungen u.a.:
  • Was hätte man sich bei der eigenen Diagnose gewünscht, was kann man besser machen - Wunsch und Wirklichkeit 
  • Onkologen und Patientenorganisationen - Konkurrenz oder sinnvolle Ergänzung 
Solche und ähnliche Fragen wurden erörtert und diskutiert. Grund ist, dass aktuell Patienten meistens erst nach Beginn einer (Standard)Therapie auf solche Patientengruppen oder -organisationen stoßen. Zu spät um evtl. Fragestellungen zu möglichen Studienteilnahmen zu erörtern, sofern der jeweilige Sponsor nur therapie-naive Patienten zulässt, also solche, die bisher noch keine entsprechende Behandlung für ihre Erkrankung bekommen haben. Hier können Patientenorganisationen große Hilfestellung leisten. Oftmals sind sie näher an laufenden Studien dran und können aufgrund der Vielzahl der Mitglieder detaillierter und breiter Auskunft zu bestimmten Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen von Medikamenten geben. Diese Möglichkeiten hat der behandelnde Onkologe -alleine schon aufgrund des begrenzten Zeitfensters- nicht für jeden seiner Patienten.

Der Termin gilt als Initial-Punkt und soll zukünftig regelmäßig weitergeführt werden, um solche und ähnliche Dinge zu diskutieren und mögliche Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Ich empfand es als eine sehr bereichernde Zeit und bin gespannt, was da in Zukunft noch passiert…




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