Bisschen viel zum Jahresbeginn
Das neue Jahr hat gerade erst angefangen und schon gibt es so viel zu berichten. Am 29.12.25 sollte ich eigentlich meine Therapie bekommen. Aufgrund der starken Nebenwirkungen hat man die Infusion aber ausfallen lassen und mir eine weitere Woche Ruhe gegeben. Der Termin wurde am 07.01.26 nachgeholt, jetzt hoffentlich mit einem besseren Verlauf, weil die Medikation gegen die Übelkeit komplett umgestellt wurde. Aber eigentlich wollte ich von etwas anderem berichten. Denn am 05. Januar hatte ich bereits einen Termin in Köln. Grund war:
ÖGD (Magenspiegelung) aufgrund eines Short-Barret-Ösophagus, welcher vor 3 Jahren in Lüneburg diagnostiziert wurde. Ein Short-Barret-Ösophagus ist eine Schleimhautveränderung der unteren Speiseröhre durch chronischen Rückfluss von Magensäure. Diese metaplastische Umwandlung der Schleimhaut gilt als Krebsvorstufe (Präkanzerose) für eine bestimmte Form von Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom) und erfordert eine endoskopische Überwachung. Hier ist eine Entzündung erkannt worden, die unter Pantoprazol abheilen soll. In 6 - 8 Wochen ist eine erneute Kontroll-Spiegelung angesagt.
Koloskopie (Darmspiegelung) als Vorsorgeuntersuchung, die letzte war vor 4 Jahren und man hatte mir damals zu einer engmaschigen Kontrolle geraten, da die CT-Bildgebung nur sehr unsichere Daten liefert. Gerade Gewebeveränderungen sind so schwer zu erkennen, dass man das eigentlich nur mit einer Koloskopie wirklich beurteilen kann. Im Ergebnis hat man einen Polyp entfernt. Dieser wird jetzt in die Pathologie geschickt und einer histologischen Untersuchung unterzogen. Wenn die negativ ausfallen sollte, hätte ich zumindest hier die nächsten 10 Jahre Ruhe. Ergebnisse sollen in 14 Tagen vorliegen.
Sonographie (Ultraschall) der Leber aufgrund eines vermeintlichen Hämagioms (siehe Blogeintrag vom 10.12.25). Hier sollte eine Sonographie mit Kontrastmittel Klarheit bringen. Der Termin war ursprünglich als letzter für heute angesetzt, in der Endoskopie hatte man mir aber dringend nahegelegt, den als erstes zu machen, da sich ansonsten durch die Voruntersuchungen zu viel Luft im Körper befindet und man dadurch kaum etwas hätte sehen können. Dummerweise hatte ich den Termin aber in einer Abteilung, die gar keine Möglichkeit für eine Kontrastmitteluntersuchung hat. So wurde also nur ein normales Ultraschall gemacht. Im Ergebnis zeigte sich, dass es sich wahrscheinlich nicht um ein Hämangiom handelt, sondern der Verdacht auf einen Shunt (Gefäß) zwischen Pfortader und Lebervene besteht. Da dies aber nicht ausreichend untersucht werden konnte, muss ich also nochmal wiederkommen, um dann hoffentlich die richtige Sonographie zu bekommen.
Wie schön, dass mich meine Tochter an diesem Tag wieder begleiten konnte. Aufgrund der Sedierung wäre ich eh nicht fahrtauglich gewesen. Es war ein langer Tag für uns. Gerade die Einnahme des Abführmittels und deren "Folgen" haben uns dazu bewogen, den zweiten Teil der Flüssigkeit vor der Untersuchung morgens früh in Köln einzunehmen. So sind wir also schon um 4 Uhr aufgebrochen und haben uns knapp 3 Stunden in der Eingangshalle abgefroren.
Erneute Sonographie (Ultraschall) der Leber. Wir schreiben den 09.01.2026, ich bin also zum dritten Mal diese Woche in Köln. Ich hatte einen Termin in einer anderen Fachabteilung, wo man das Ultraschall mit Kontrastmittel machen konnte. Nach zwei Stunden Wartezeit kam ich endlich dran. Die Ärztin war total nett. Sie hätte sich meine letzten Befunde durchgesehen und meinte, sie schaut erstmal ohne Kontrastmittel. Das hat sie dann auch direkt gemacht und genau diesen Shunt bestätigt, den man vorher auch vermutet hat. Sie meinte, das wäre so eindeutig, dass man dafür kein Kontrastmittel braucht und auch der Radiologe vom CT hätte das erkennen müssen. Zu meiner Frage, warum der Kollege aus der zentralen Notaufnahme so unsicher war, meinte sie, dass dort halt alle Ultraschalluntersuchungen gemacht werden und sie auf solche Fälle spezialisiert ist und seit 20 Jahren nichts anderes macht, als Metastasen auszuschließen oder zu bestätigen. In jedem Falle ist das jetzt völlig harmlos und es kann sogar sein, dass dieser Shunt bei mir angeboren ist. Also Entwarnung hier...
Damit ging eine sehr turbulente Woche zu Ende. Hoffentlich wird es die nächsten Tage mal wieder ruhiger...
